Prozesswärme

Thermoprozessbranche trauert um Heinz Berger

Am 4. Februar 2015 verstarb Heinz Berger, langjähriger geschäftsführender Gesellschafter der Aichelin Gruppe, nach längerer Krankheit im Alter von 87 Jahren. Bereits mit 25 Jahren übernahm Heinz Berger 1952 die Leitung des Familienunternehmens von seinem plötzlich verstorbenen Vater Max Berger. Mit unternehmerischer Weitsicht entwickelte er den Handwerksbetrieb zu einer der großen Unternehmensgruppen des Industrieofenbaus mit etwa 1.000 Mitarbeitern weltweit. Schon sehr früh erkannte Heinz Berger die Notwendigkeit gemeinsamer Marketing- und Forschungsaktivitäten der Branche. Neben der steten Weiterentwicklung seines Unternehmens fand er Zeit, sein Wissen und seine Erfahrung im Branchenverband VDMA einzubringen. Er war von 1972 bis 2004 Mitglied des VDMA Hauptvorstandes, von 1977 bis 1997 außerdem Mitglied des Landesgruppenvorstandes des VDMA Baden-Württemberg. Heinz Berger war die treibende Kraft hinter der Gründung der FOGI (Forschungsgemeinschaft Industrieofenbau e.V.) im Jahre 1967 sowie der nun weltweit führenden Messe der Branche, der Thermprocess im Jahre 1972. Seine Tätigkeit im VDMA Außenhandelsausschuss führte ihn als Wirtschaftsdiplomat viele Male hinter den damaligen „eisernen Vohang“ – wo er mit seiner Geduld und Beharrlichkeit sehr geschätzt und auch erfolgreich war. Für all diese Aktivitäten wurde ihm 1987 das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Zusätzlich zu diesen Tätigkeiten fand er noch Zeit, sich in der AWT (Arbeitsgemeinschaft Wärmebehandlung und Werkstofftechnik) als Mitglied des Verwaltungsrates von 1989 bis 2002 zu engagieren. Auch in der Vollversammlung des IHK Region Stuttgart von 1993 bis 2004 brachte ihm seine bescheidene, aber zielstrebige Art viel Anerkennung ein. Bei derart vielen Aktivitäten verwundert es wenig, dass auch sein ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit und soziale Verantwortung auf öffentliches Interesse stieß. Über 30 Jahre lang war er Handelsrichter in der 8. Kammer für Handelssachen in Stuttgart, eine Aufgabe, der er ebenfalls mit großer Freude nachging. Als er 1997 das Unternehmen in die Hände der österreichischen Berndorf Gruppe legte, war auch das geprägt von seinem immerwährenden Bemühen, das Unternehmen weiterzuentwickeln und den Mitarbeitern einen gesicherten Arbeitsplatz zu erhalten. Er war noch viele Jahre geschätzter Gesprächspartner im Beirat des Unternehmens, bevor er sich krankheitsbedingt vor einigen Jahren ins Privatleben zurückzog. Die gesamte Branche wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

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