Prozesswärme

Kältemittelfreie Cryobehandlung für Stahlband

Während konventionelle Kälteanlagen häufig mit klimaschädlichen Kältemitteln arbeiten, nutzt Cryoflex CC die Kälte des flüssigen Stickstoffs, ohne ihn zu verbrauchen. Harrys Feintechnik GmbH im thüringischen Eisfeld nutzt diese umwelt-freundliche Technologie aus dem Hause Linde weltweit erstmalig.

Die neue Technik wird bereits seit mehr als einem Jahr erfolgreich in Eisfeld eingesetzt. Bis zu acht hauchdünne Stahlbänder werden parallel durch die 2 m lange Anlage geführt und zuverlässig nach dem Abschreckprozess tiefgekühlt. Erst hierdurch lassen sich die optimalen Eigenschaften erreichen, die eine langlebige Rasierklinge für eine sanfte Rasur benötigt. Im Gegensatz zur früher eingesetzten anfälligen Technik kommt in der Neuentwicklung von Linde tiefkalter flüssiger Stickstoff bei Arbeitstemperaturen bis zu -160 °C zum Einsatz.

Da dieser seine Kälte in einem hermetisch geschlossenen Hochleistungswärmetauscher abgibt, kann er ohne Verunreinigungen gasförmig weiter genutzt werden. Zum Beispiel in dem Ofen, in dem das Band vor dem Abschrecken auf über 1.000 °C erhitzt wurde oder aber in anderen Prozessen, denn der gasförmige Stickstoff wird einfach verlustfrei in das Werksnetz eingespeist. So erübrigt sich die Verdampfung im Außenbereich und die früher verschwendete Kälte wird heute sinnvoll eingesetzt.

Während die alten, wartungsintensiven Kältekompressoren mit mehreren KW Antriebsleistung arbeiten, fällt diese Energieverschwendung hier jetzt nahezu komplett weg. Nur wenige Watt werden für die Steuerung der Cryoflex CC benötigt. Ohne Einschränkungen war die neue Anlage vom ersten Tag an voll einsatzfähig und so plant man bei Harrys Feintechnik GmbH nun bereits die Umrüstung älterer Produktionslinien auf das neue Verfahren.

(Quelle: Linde AG)

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