Prozesswärme
Gießofen mit einer Kapazität von 30 t

Talex nimmt Gießerei in Abu Dhabi in Betrieb

Das neue Talex-Strangpresswerk in Abu Dhabi verfügt über eine eigene Vormaterialbasis. Die Gießerei wurde als schlüsselfertige Anlage von Hertwich Engineering errichtet. Die Kapazität liegt in der jetzt abgeschlossenen ersten Ausbaustufe bei 30.000-40.000 t Pressbarren jährlich.

Im ersten Ausbauschritt hat Talex zwei Pressenlinien und eine Gießerei für Strangpressbarren vorgesehen. Verarbeitet werden sollen Rücklaufschrotte aus eigener Produktion und Schrotte des Kooperationspartners Gulfex sowie Flüssigmetall vom benachbarten Primärwerk. Zum Hertwich-Lieferumfang gehören eine Chargier­maschine für Schrotte bis 3 t Ladegewicht, ein Mehrkammer­schmelzofen Ecomelt-PR80, ein Gießofen mit einer Kapazität von 30 t, Einrichtungen zur Schmelzereinigung, eine Kühlwasser­anlage und eine Vertikal-Gießmaschine einschließlich HYCAST GC (Gas Cusion) Kokillen. Weiter im Lieferumfang ist eine komplette Durchlaufhomogenisierungslinie einschließlich einer Ultra­schallprüfanlage sowie einer Säge- und Verpackungsstation. Die Anlage ist für die nachträgliche Einbindung eines zweiten Gieß­ofens sowie einer Kammerhomogenisierungsanlage vorbereitet – Einrichtungen, mit denen die angestrebte Kapazität und Legierungs­vielfalt des Werkes im Endausbau erreicht wird.

Bei Talex wurde ein Zweikammerofen mit Vorwärmrampe „Ecomelt PR“ installiert, der vorzugsweise zum Einschmelzen moderat verun­reinigter Schrotte geeignet ist. Der Ofentyp Ecomelt-PR 80 ist für eine Schmelzleistung von 4 t/h ausgelegt. Das Kon­zept basiert auf einem Mehrkammerofen, bei dem die Prozesse des Vorwärmens, Abschwelens und des Schmelzens in einem Aggregat zusammengefasst sind.

Das einzuschmelzende Material wird von der Chargiermaschine auf der Vorwärmrampe oberhalb des Badspiegels abgelegt. Dort wird es auf etwa 500 °C vorgewärmt, wobei die organischen Anhaftungen abschwelen und energetisch genutzt werden. Das erwärmte Material wird danach direkt in das Metallbad der Schmelzkammer geschoben, wo es komplett in die Schmelze eintaucht und aufgeschmolzen wird. Dadurch lässt sich der Abbrand auf ein Mindestmaß reduzieren. Das aufgeschmolzene Metall wird mittels einer elektromagnetischen Pumpe zwischen Schmelz- und Hauptkammer ausgetauscht.

Die Schmelze wird aus dem Ecomelt-Schmelzofen über ein Rinnen­system in den Warmhalte- und Gießofen überführt. Die daraus abge­zogene Schmelze wird über die I-60 SIR Schmelzereinigung zur Gießstation geleitet. Bei der Schmelzereinigung und dem Vertikal­strangguss hat sich Talex für die Hycast-Technologie entschieden. Die vertikal gegossenen Stangen werden mithilfe der Krananlage aus der Gießgrube gehoben und auf der Umlegestation abgelegt.

Gussformate müssen zur Einstellung des jeweils gewünschten Gefügezustands vor der Warmumformung einer Hochglühbehand­lung (Homogenisierung) unterzogen werden. Talex hat sich in diesem ersten Ausbauschritt für die Durchlaufhomogenisierung entschieden.

Vor dem Einlauf in den Homogenisierungsofen wird jede einzelne Stange mittels Ultraschall auf Kernrisse kontrolliert. Dazu werden die Stangen auf einem Speichermagazin abgelegt und einzeln über einen Zufuhrrollgang durch die Prüfstation gefahren. Bei dem hier verwendeten Prüfverfahren sind zwei Prüfköpfe im Winkel von 90 ° angeordnet. 

Fehlerfreie Stangen durchlaufen den Homogenisierungsofen in waagrechter Ausrichtung, parallel zueinander angeordnet. Im ersten Ofenabschnitt (Aufheizzone) werden die Stangen auf Homogenisier­temperatur erwärmt. In der daran anschließenden Haltezone werden sie eine Zeit lang auf dieser Temperatur gehalten. Am Ende der Haltedauer werden die Stangen direkt in die Intensiv-Luftkühlung überführt. Hinter der Kühlstation ist die Säge zum Abtrennen der Kopf- und Fußteile angeordnet, um Langbolzen von 4.000-7.500 mm zu produzieren. Die gesägten Stangen werden über einen weiteren Rollgang zur Stapeleinrichtung und von dort schließ­lich zur halbautomatischen Umreifungsstation und zur Waage trans­portiert. Die an der Säge anfallenden Abfälle werden gleichfalls auto­matisch entsorgt: Kopf- und Fußteile in einen Behälter, die Späne werden abgesaugt und brikettiert. Sämtliche Schrotte werden in den Schmelzofen rückgeführt.

(Quelle: SMS group)

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