Prozesswärme

Bosch Industriekessel: Modernisierungsprojekt bei Sutter Fleischwaren

Das Familienunternehmen Sutter Fleischwaren entschied im Zuge der kontinuierlichen Werksoptimierung, im Stammwerk Gau-Bickelheim ein Energiemanagementsystem einzuführen. Schnell wurde die Prozesswärmeversorgung mit drei heizölbetriebenen Dampfkesseln als einer der größten Energieverbraucher des Werks identifiziert. Im Rahmen der Modernisierung wurden Zweistoffbrenner nachgerüstet und die vorhandene Heizölversorgung als Backup beibehalten. „Früher wurden wir wöchentlich mit etwa 30.000 l Heizöl beliefert – jede Woche zu einem anderen Preis. Mit dem Umstieg auf Erdgas hat sich unsere Planungssicherheit bezüglich Energiekosten verbessert – ein Vorteil, den wir durch stabile Preise an unsere Kunden weitergeben“, so Christian Böhme, Energiemanager bei Sutter. Der Erdgasversorger kann bei Versorgungsengpässen im Winter den kurzzeitigen Heizölbetrieb anfragen. Im Gegenzug verzichtete er auf den Baukostenzuschuss zur Verlegung der Gasleitung.Im Vergleich zu den früheren Heizöl-Brennern mit mechanischer Verbundgruppe können die neuen elektronisch geregelten Brenner bis auf 350 kW herunter modulieren und ermöglichen einen deutlich leiseren und effizienteren Teillastbetrieb. Zudem konnten durch die Verbrennungsregelung mit Sauerstoffsonde die abgasseitigen Verluste nachweislich von sechs Prozent auf fünf Prozent reduziert werden.Für die in die Jahre gekommene Kesselsteuerung auf Basis der Siemens Simatic C7 würde die Ersatzteilversorgung in den kommenden Jahren absehbar schwieriger werden, daher wurde bei der Modernisierung eine moderne Kesselsteuerungsanlage bestehend aus BCO und SCO integriert. Letztere übernimmt neben der automatisierten Wasseraufbereitung z. B. auch das adaptive Wechseln des Führungskessels, um Stillstandsschäden im Backup-Kessel zu vermeiden. Die SCO meldet Auffälligkeiten im Betrieb eines Kessels automatisch an die übergeordnete Leittechnik und schaltet vorsichtshalber auf den warmgehaltenen Reservekessel um.Bei der Einführung eines zertifizierten Energiemanagementsystems müssen die Verbräuche regelmäßig erfasst werden, um eine Analyse zu ermöglichen. Hier entschied sich die Firma Sutter für das übergeordnete Leitsystem MEC von Bosch. Dank dieser können der Energiemanager und die technischen Leiter von ihrem Arbeitsplatz aus jederzeit den Status der Anlage einsehen und die aufgezeichneten Daten auswerten. Die Ansicht kann sich jeder Benutzer intuitiv konfigurieren, um die für ihn relevanten Daten im Überblick zu haben. "Ich finde es toll, wie gut sich das System im Betrieb bewährt. Einige Tage nach der Inbetriebnahme stellte ich z. B. über kleinere Energiemengenunterschiede fest, dass die Einstellung eines der älteren Ventile in der Absalzautomatik optimiert werden könnte - das wäre an einer konventionellen Anlage nicht so schnell aufgefallen", sagte der zuständige Bosch Kundendiensttechniker Torsten Fischborn beim ersten Servicetermin nach der Modernisierung.Der Energiemanager Christian Böhme zeigt sich zufrieden: "Trotz der kürzlich gesunkenen Heizölpreise werden wir bereits im ersten Jahr über eine viertel Million Euro sparen und die Investition wird sich nach etwa drei Jahren amortisiert haben – ein lohnenswertes Projekt und ein erheblicher Beitrag zur Senkung unserer CO2-Emissionen."(Quelle: Bosch Industriekessel GmbH)

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