Prozesswärme

Stahlindustrie besorgt über Güterverkehrsstreik

Die deutsche Stahlindustrie ist sowohl bei der Versorgung mit Rohstoffen wie Erz, Kohle und Schrott als auch beim Versand von Fertigprodukten wie z. B. Coils, Blechen, Drahtbunden oder Brammen auf den Schienenverkehr angewiesen. Über 50 % der Transportmengen werden über die Schiene befördert. Die Stahlindustrie ist der größte Güterverkehrskunde der Deutschen Bahn. Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, hat Zweifel, ob die GDL „genügend Verantwortungsbewusstsein“ besitze. Sie nehme es bewusst in Kauf, eine Branche wie die Stahlindustrie an den Rand des Stillstandes zu bringen. „Wenn eine Schlichtung abgelehnt wird, dann habe ich den Eindruck, es wird keine Lösung gesucht, sondern der Konflikt geschürt“, sagte Ingo Kramer in seiner Rede auf der Eröffnungssitzung des Stahltages.„Ein 5-Tage-Streik im Schienengüterverkehr ist von den Stahlunternehmen nicht aufzufangen. Die Deutsche Bahn befördert für die Stahlindustrie in Deutschland ca. 65 Millionen Tonnen im Jahr“, sagte Hans-Joachim Welsch, Vorsitzender des Verkehrsausschusses der Wirtschaftsvereinigung Stahl. Ein kurzfristiges Ausweichen auf andere Verkehrsträger sei nur sehr eingeschränkt möglich. „Daher geben die Streiks auf der Schiene Anlass zu größter Sorge. Es entstehen erheblicher wirtschaftlicher Schaden und Zusatzkosten in zweistelliger Millionenhöhe“, so Hans-Joachim Welsch.

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