Prozesswärme

HKM bestellt Pfannenaufheizstände bei Primetals

Der deutsche Stahlproduzent die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) hat Primetals Technologies den Auftrag erteilt, für das LD-Blasstahlwerk am Standort Duisburg-Huckingen zwei neue Pfannenaufheizstände zu liefern. Die Aufheizstände sind für die Behandlung von 5,6 Mio. t Flüssigstahl pro Jahr im vollautomatischen Betrieb ausgelegt und damit Industrie-4.0-fähig.

Die Verwendung von kupferplattierten Deckeln erhöht die Lebensdauer und sichert Qualität der Schmelzen. LiquiRob-Systeme übernehmen Aufgaben wie Temperaturmessung und Probennahme, welche früher manuell ausgeführt werden mussten. Dies verbessert die Arbeitssicherheit. Mithilfe der neuen Öfen lassen sich die Betriebskosten im Stahlwerk erheblich senken. Außerdem können der Phosphorgehalt der Schmelzen reduziert und höhere Legierungsmittelanteile verarbeitet werden. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2019 geplant.

Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) betreibt am Standort Duisburg Huckingen ein integriertes Hüttenwerk. Das Hüttenwerk untergliedert sich in die Teilwerke Hafen, Sinteranlage, Kokerei, das Hochofenwerk mit zwei Hochöfen sowie ein LD-Blasstahlwerk mit zwei Konvertern. Im Stahlwerk werden zudem noch VD-Anlagen und im Gießbetrieb zwei Rund- und drei Brammen-Stranggießanlagen betrieben. HKM produziert mit seinen Anlagen über 1.800 verschiedene Stahlsorten. Mit einem Anteil von etwa 12 % an dem in Deutschland produzierten Rohstahl und einer Produktionskapazität von 5,6 Mio. t/a an Brammen- und Rundstrangguss ist HKM eines der größten Hüttenwerke Deutschlands. Der BOF-Wechsel-Konverter-Tragring Nr. 2 stammt ebenfalls von Primetals und wurde Mitte November 2016 in Betrieb genommen. Im Jahr 2015 hatte Primetals bereits die Brammenstranggießanlage Nr. 3 modernisiert.

Für das Blasstahlwerk projektiert, liefert und installiert Primetals zwei 285-t-Pfannenaufheizstände. Die Anlagen sind als Lichtbogenaufheizstände ausgeführt und sollen ausnahmslos alle in den beiden Konvertern erzeugten Schmelzen behandeln können. Die deshalb erforderliche Behandlungskapazität von 5,6 Mio. t/a setzt eine sehr hohe Verfügbarkeit der Pfannenaufheizstände voraus. Dies wird u. a. durch hochwertige kupferplattierte Deckel und ein leistungsstarkes Hochstromsystem sichergestellt. Die Energieversorgung erfolgt durch das hütteneigene Kraftwerk, welches die überschüssigen Hochofengichtgas- und Koksgasmengen verstromt. Beide Öfen werden mit einem vollautomatischen Temperatur- und Probenahme-Manipulator ausgerüstet. Die Spülgassysteme werden automatisch angekoppelt.

Hauptaufgaben der Aufheizstände sind die Reduzierung des Feuerfestverbrauchs am Konverter durch eine Absenkung der Abstichtemperatur um bis zu 50 °C, die Einstellung niedrigerer Phosphorgehalte, die Erzeugung von Schmelzen mit erhöhten Legierungsmittelanteilen, den wahlweise erhöhten Einsatz von Roheisen oder Schrott für die Stahlerzeugung, die Optimierung des Kalkeinsatzes und die Reduzierung der Schlackenmenge. Die Ofentransformatoren zur elektrischen Versorgung der Aufheizstände sowie die Elektro-, Automatisierungs- und Regelungstechnik sind ebenfalls Bestandteile des Lieferumfangs. Die Anordnung der Pfannenaufheizstände direkt in der Produktionslinie hinter den Konvertern und die extrem begrenzten Platzverhältnisse in diesem Bereich des Stahlwerkes ein komplexes Layout mit spezieller Portalkonstruktion. Primetals verantwortet neben dem Prozessequipment auch die Montage und Inbetriebnahme.

(Quelle: Primetals Technologies, Limited)

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