Prozesswärme

Schuler liefert 3.600-t-Presse nach Michigan

Die Kosten zur Herstellung von carbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK) um 25 % senken, den Energiebedarf um die Hälfte reduzieren und eine Recycling-Quote von 80 % erreichen: So lauten die Ziele des Institute for Advanced Composites Manufacturing Innovation (IACMI) in Knoxville, Tennessee. Auf dem Weg dorthin hat die nicht-kommerzielle Forschungseinrichtung, die zum Netzwerk „Manufacturing USA“ gehört, jetzt sein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Detroit, Michigan, um eine hydraulische 3.600-t-Presse von Schuler erweitert.

Die Anlage wird von der Michigan State University im Auftrag von IACMI betrieben und IACMI-Mitgliedern für Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu Verfügung gestellt. Die Wirtschaftsförderung des US-Bundesstaates Michigan, ein Gründungsmitglied von IACMI, gewährt finanzielle Unterstützung für die Anschaffung der Ausstattung und die Verbesserung der Infrastruktur.

Das IACMI konzentriert sich technologisch auf die Einsatzbereiche Fahrzeugteile, Windkraftanlagen und Kompressionsgasspeicher. „Auf der ganzen Welt müssen wir die Energieproduktivität steigern und gleichzeitig den Energieverbrauch über den Lebenszyklus hinweg reduzieren“, erklärt Ray Boeman, stellvertretender Direktor für Fahrzeugtechnik und Programmleiter für das Zentrum von IACMI – The Composites Institute in Detroit. „Die effiziente und wirtschaftliche Produktion von faserverstärkten Kunststoffen ist hier eine Möglichkeit, und die Industrie hat die langfristigen Herausforderungen erkannt – den freien Zugang zu Composite-Fertigungsanlagen, mit denen sich die Technologie in voll funktionsfähigen Prototypen entwickeln und demonstrieren lässt. Mithilfe von Schuler installieren wir eine Fertigungsstätte mit Schlüsselfunktion an der einzigen Einrichtung ihrer Art in den USA.“

„Unsere Technologie bietet nicht nur eine dynamische Druckregelung für reduzierten Energieverbrauch, sondern auch eine deutliche Reduzierung von Werkzeug-Try-Out und Verschleißkompensation und stellt einen schnellen Entwicklungsprozess für IACMI sicher“, sagt Paul Nicholson, CEO von Schuler in Nordamerika. „Darüber hinaus verfügt die Presse über eine Biege-Schmiege-Technologie, um systembedingte Abweichungen bei Prozessvariablen und Materialien zu kompensieren und eine gleichmäßige Bauteildicke zu erhalten.“

Biege-Schmiege-Linien sind eine notwendige Voraussetzung für die Herstellung von dünnen Teilen innerhalb begrenzter Toleranzen, die unter 0,2 mm liegen, z. B. für den Leichtbau. Schuler kann auch eine umfangreiche Erfahrung mit der Verarbeitung von anderen leichten Werkstoffen wie Aluminium und formgehärteten Stählen vorweisen.

Die Unterkolben-Kurzhubpresse mit einer Aufspannfläche von 3,60 auf 2,40 m wird Ende Mai betriebsbereit sein, die Endabnahme ist im Juni geplant. Durch die Ergänzung um eine hydraulische Presse von Schuler diversifiziert und erweitert sich die Ausstattung des IACMI für mehr als 150 Mitglieder der Einrichtung, zu denen seit kurzem auch Schuler zählt.

(Quelle: Schuler AG)

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