Prozesswärme

Konjunktur aktuell: Verbesserte Wachstumsaussichten zum Jahreswechsel 2015/2016

Wie der Fachverband Thermoprozesstechnik im VDMA berichtet, konnten die deutschen Hersteller von Thermoprozesstechnik zum Jahresende 2015 ein Auftragsplus von 6 % gegenüber dem Jahr 2014 verbuchen. Insbesondere aus Europa gingen wieder mehr Aufträge (plus 30 %) ein. Eine deutliche Aufhellung des Trends, nachdem 2014 mit einem Rückgang der Umsätze um 9 % zu Ende gegangen war. Umsatzseitig bleibt der Abschluss 2015 mit minus 2 % leicht unter den Erwartungen. Hier schlägt sich noch die Investitionszurückhaltung europäischer Kunden aus dem Jahr 2014 nieder.

Nachdem sich die Stimmung der deutschen Ofenbauer im Jahr 2014 laut dem entsprechenden ifo-Geschäftsklima-Index massiv eingetrübt hatte, hat sich dessen Trend im vergangenen Jahr deutlich erholt und die positive Entwicklung auch zum Jahresbeginn 2016 fortgesetzt. Dadurch näherte die Branche sich, nach dem starken Auseinanderdriften 2014, wieder dem Trendverlauf des Gesamt-Maschinenbaus an und bekräftigt die im Vergleich zum Vorjahr verbesserte Stimmung bei den Industrieofenbauern. „Den deutschen Herstellern von Thermoprozesstechnik ist es im vergangenen Jahr erfolgreich gelungen, trotz weiterhin bestehender geopolitischer Risiken sowie rückläufiger Wachstumsraten in China, ihre weltweiten Ausfuhren zu erhöhen. Starke Impulse gingen dabei von den USA und Mexiko aus. Die Erwartungen der Branche sind auch über den Jahreswechsel 2015/2016 wieder insgesamt optimistischer“, kommentierte Dr. Timo Würz, Geschäftsführer des VDMA Fachverbandes Thermoprozesstechnik die aktuelle Situation.

POSITIVE EXPORTBILANZ TROTZ STAGNATION IN EUROPA

Mit einem Wert von € 1,5 Mrd. lagen die weltweiten Lieferungen der deutschen Thermoprozesstechnikhersteller in den ersten elf Monaten des Jahres 2015 um 3 % höher im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im Aufwärtstrend waren die Lieferungen nach Nordamerika und Mexiko. Allein in die USA wurde bis November Thermoprozesstechnik im Wert von € 146 Mio. geliefert (plus 16 %). Mehr als verdoppeln konnten die Ofenbauer auch die Lieferungen nach Mexiko. Nach Brasilien ging Thermoprozesstechnik mit einem um 12 % höheren Wert. Im Gegensatz dazu nahm der Wert der Lieferungen nach Indien um 10 % (rund € 25 Mio.) und nach Russland um 20 % (€ 77 Mio.) ab. Auf den südostasiatischen Märkten konnten Zuwächse der Exporte nach Malaysia sowie auf die Philippinen und nach Vietnam erzielt werden (plus 44 %/plus 207 %/plus 37 %). China blieb weiterhin der größte Abnehmermarkt (€ 250 Mio.) für deutsche Industrieöfen; die Monate Januar bis November 2015 weisen einen Anstieg um 1 % aus. Anteil an der positiven Entwicklung haben aber auch Zuwachsraten auf wichtigen europäischen Märkten wie Österreich (plus 31 %) und Italien (plus 25 %). Im genannten Zeitraum beliefen sich die deutschen Ausfuhren in die EU insgesamt auf € 507 Mio. und lagen damit auf Vorjahresniveau.

CHINA STARK IN SÜDOSTASIEN

Die größte Veränderung im Markt für Thermoprozesstechnik ist der Aufstieg Chinas innerhalb der letzten Dekade. 2014 wiesen die Exporte von Thermoprozesstechnik aus China ein zweistelliges Plus (18 %) aus. Mit einem Wert von knapp über € 1 Mrd. war das Exportland erneut auf dem dritten Rang der weltgrößten Exporteure von Thermoprozesstechnik. Mit Blick auf das enorme chinesische Exportwachstum von insgesamt rund 45 % zwischen den Jahren 2010 und 2014 ist allerdings zu berücksichtigen, dass auch deutsche und andere europäische Industrieofenbauer verstärkt mit eigenen Produktionsstätten in China aktiv sind, und deren in China produziertes Equipment folglich in die chinesische Außenhandelsstatistik einfließt.

Die Hersteller in China steigerten 2014 insbesondere ihre Lieferungen nach Südostasien – allen voran nach Indonesien (plus 140 %) und Vietnam (plus 46 %) –  auf regional über € 345 Mio. Zudem erhöhten sich die chinesischen Ausfuhren nach Nordamerika um über 30 %. Erstmals deutlich nahmen in diesem Jahr die Lieferungen nach Russland zu (plus 35 %).

EUROPÄISCHE THERMOPROZESSTECHNIK BEHAUPTET SICH

In unterschiedlicher Rangfolge bilden seit dem Jahr 2006 Deutschland, Italien, China, die USA und Japan die Länderriege der fünf größten Thermoprozesstechnik-Exporteure, die etwa 40 % des Weltexportes auf sich vereinigen. Seit 2002 ist Deutschland ohne Unterbrechung Weltmarktführer, Italien seit 2007 stetig zweitgrößtes Exportland. China ist 2003 erstmals unter den zehn größten Exporteuren in Erscheinung getreten, seit 2012 mit seinem Exportvolumen auf Rang 3.

Deutschland und Italien steuern wieder auf die beiden oberen Ränge der Thermoprozesstechnik-Exportnationen zu. Abzuwarten bleibt, wie Chinas Ausfuhrvolumen sich im letzten Jahr darstellt, wenn die Statistiken verfügbar sein werden. Über 57 % der Thermoprozesstechnik-Weltexporte im Wert von über € 5 Mrd. wurden 2014 aus den Ländern der EU28 heraus geliefert, trotz des mit einem Rückgang von 5 % negativen Gesamttrends. Die bislang verfügbaren europäischen Exportdaten für 2015 (Januar bis Oktober) zeigen für die EU28-Länder insgesamt einen Zuwachs von knapp 3 %. Der Schwerpunkt der Thermoprozesstechnik-Herstellung bleibt damit weiter in Europa und ihr Zentrum in Deutschland.


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