Prozesswärme

Deutscher Studienpreis geht an Max-Planck-Institut

Der Wissenschaftler Dr. Pascal Beese-Vasbender vom Düsseldorfer Max-Planck-Institut für Eisenforschung (MPIE) wurde Ende 2015 für seine Forschung über mikrobiell beeinflusste Korrosion von Eisen und der bioelektrischen Energieumwandlung und -speicherung mit dem zweiten Platz des Deutschen Studienpreises geehrt. Der mit € 5.000 dotierte Preis wurde ihm von Bundestagspräsidenten Norbert Lammert im Kaisersaal der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin verliehen.

Die ausgezeichnete Doktorarbeit von Beese-Vasbender handelt von der Zersetzung von Eisen durch Bakterien, die besonders problematisch für Öl- und Gasleitungen im Meer ist und schwere Folgen für Umwelt und Wirtschaft haben kann. Wie genau die Bakterien das Eisen, aus denen die Rohrleitungen im Meer bestehen, auflösen, ist bisher noch nicht eindeutig aufgeklärt. Beese-Vasbender zeigt in seiner Doktorarbeit einen Weg auf, wie der durch die Eisen fressenden Bakterien verursachte Schaden in Zukunft minimiert werden kann. Und wie solche Prozesse in Zukunft sogar für die Energieumwandlung und -speicherung genutzt werden könnten.

Dieser spezialisierte Mechanismus der Eisen fressenden Bakterien ist jedoch nicht darauf beschränkt, allein Energie von Eisenoberflächen aufzunehmen. Diese Bakterien lassen sich auch auf anderen leitfähigen Materialien, wie Graphit, vermehren, wenn man diese unter Strom setzt. Mithilfe dieses Materials konnte der junge Nachwuchswissenschaftler erstmals präzise elektrochemische Analysen durchführen, die zeigen, dass die direkte Aufnahme von Elektronen den Bakterien als Energiequelle dient. Schafft man es in Zukunft diese direkten Eintrittsstellen der Elektronen in den Energiekreislauf der Bakterien zu hemmen, können gezielt Strategien zur Vermeidung von Biokorrosion entwickelt werden und somit das Problem von Rost bei Öl- und Gasleitungen im Meer verhindert werden.

Gleichzeitig kann das Verhalten der Bakterien für Verfahren der Energieumwandlung genutzt werden. Durch die direkte Aufnahme von Elektronen können die Bakterien als sogenannte Biokatalysatoren dienen, indem sie die elektrische Energie in speicherbare Energie wie Methangas umwandeln. Ein großer Vorteil ist, dass die Bakterien sich leicht reproduzieren lassen und somit immer in ausreichender Menge als Biokatalysator vorhanden sind.

Der Deutsche Studienpreis wird jährlich von der Körber-Stiftung vergeben und zeichnet junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für herausragende Doktorarbeiten mit gesellschaftlicher Relevanz aus. Der Preis zählt zu den höchstdotierten wissenschaftlichen Nachwuchspreisen in Deutschland mit Preisen im Gesamtwert von € 100.000, wobei jährlich drei erste Preise mit jeweils € 25.000 vergeben werden. Schirmherr ist Bundestagspräsident Norbert Lammert.

(Quelle: Max-Planck-Institut für Eisenforschung)

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