Prozesswärme

Ilva bestellt zwei Roheisenentschwefelungsanlagen

Der Stahlproduzent Ilva S.p.A., Italien, hat bei SMS zwei Roheisenentschwefelungsanlagen für die Stahlwerke 1 und 2 am Standort Taranto bestellt. Die Anlagen werden gemäß dem heutigen Stand für Emissionsauflagen ausgeführt. Eine Besonderheit ist die hohe Flexibilität des Injektion-Entschwefelungsverfahren. Damit ist es möglich, Entschwefelungsmittel in zwei Konfigurationen einzublasen: nur Kalk (Mono-Injektion) oder Kalk und Magnesium gemeinsam (Co-Injektion).

Zum Lieferumfang gehören jeweils die Vorratssilos für Entschwefelungsmittel, das pneumatische Transportsystem, die Einblaseinrichtung mit automatischem Lanzenwechsel, der Roh­eisenbehandlungsstand mit einer Einhausung („dog-house“) und die Abschlackstation. Darüber hinaus liefert SMS ein Robotersystem für das Hülsenhandling bei der Temperaturmessung und Probennahme. Des Weiteren werden die elektrische Ausrüstung, die Instru­mentierung, die Automatisierung und die für die Prozessführung benötigten Modelle geliefert.

Die Roheisenentschwefelung wird bei beiden Anlagen mit einer feuerfest zugestellten Tauchlanze durchgeführt, wobei pulverförmiger Kalk, Kalziumkarbid oder Magnesium in die Schmelze eingeblasen wird. Das ist wirtschaftlicher als eine spätere Entschwefelung im Stahl. Auf Basis einer zu Beginn der Behandlung erfolgten Probe­nahme zur Ermittlung des aktuellen Schwefelgehalts werden die für die Entschwefelung erforderlichen Mengen an Kalk und Magnesium berechnet. Da die mit Schwefel angereicherte Pfannenschlacke nicht in den Konverter chargiert werden soll, muss diese Schlacke nach der Entschwefelungsbehandlung von der Schmelzenoberfläche mithilfe einer Abschlackmaschine abgezogen werden. Nach dem Abschlackvorgang erfolgt eine Temperaturmessung, hiernach wird die Pfanne dem Konverterprozess zugeführt.

Die Arbeiten werden durch zwei Tochtergesellschaften der SMS group, SMS INNSE und SMS Mevac, auf Semi-Turnkey-Basis, d. h. inklusive Montage, durchgeführt. Die Inbetriebnahme beider Anlagen ist für das erste Quartal 2017 geplant.

(Quelle: SMS group)

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