Prozesswärme

Ofenbauer Safed Suisse feiert 80-jähriges Bestehen

Vor 80 Jahren lief der erste Ofen für die Uhrenindustrie vom Band. Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte, die Generationen von Uhrenherstellern mitgeprägt hat. Was viele nicht wissen: Die langlebigen Metallteile Schweizer Präzisionsuhren laufen durch Wärmebehandlungsanlagen der Firma Safed Suisse SA. Bis zum heutigen Tag produziert und serviciert Safed thermochemische Anlagen jeder Größenordnung.

Safed hat in all den Jahrzehnten seinen Fokus auf Innovation und Kundennähe gesetzt. Dadurch ist das Unternehmen beständig und gesund gewachsen. Der wesentliche Fokus liegt auf Service und After-Sales.

Safed Schweiz wurde 1936 von Georges Membrez und Georges Noverraz im schweizerischen Delémont gegründet. Mit anfangs zwei Mitarbeitern begann die Fertigung von kleinen Spezialöfen. Hauptabnehmer war die Uhrenindustrie. Nach dem Ende der Kriegswirren wurde die Produktion mit einem Standort in Frankreich ausgeweitet. In den 1960er Jahren kam es zu technischen Neuentwicklungen wie dem Drahtgliederbandofen in diversen Variationen. So prägten etwa der automatische Schüttelherdofen Vi 9 und der elektrische Durchlaufofen des Typs Bd und BdA zu dieser Zeit das Produktportfolio. Der Absatzmarkt beschränkte sich damals auf die Schweiz.

1971 brachten die Schweizer Spezialisten ihren ersten Härteofen mit isothermischem Salzabschreckbehälter auf den Markt, 1980 folgte der bis zum heutigen Tag bestimmende elektrische Durchlaufhärteofen. Sieben Jahre später wurde dieser in eine komplette Wärmebehandlungslinie eingebettet, samt Beladevorrichtung, Abschreckbehälter, Waschanlage und Anlassofen. Anschließend folgte der gasbeheizte Durchlaufofen. 1990 und 1994 wurden die Safed-Niederlassungen in Deutschland und Italien mit den Schwerpunkten Vertrieb und Service gegründet.

Der Safed-Kundenstamm ist mittlerweile über den gesamten Globus verstreut. Zu den Hauptabnehmern gehören die Uhrenindustrie, der Automotivsektor sowie die Schrauben-, Werkzeug- und Lagerindustrie. 2007 wurde das Unternehmen von der österreichischen Aichelin-Gruppe übernommen und 2012 die Produktion der bewährten Drahtgliederbandöfen nach Mödling verlegt. Damit war die Innovationsserie aber nicht abgeschlossen: Es folgte die Entwicklung einer Wärmebehandlungslinie für Aluminiumteile.

Gemeinsam mit den Tochtergesellschaften in Deutschland und Frankreich konzentriert sich Safed Schweiz jetzt auf das After-Sales-Geschäft. Dazu zählen Wartung, Instandhaltung, Reparatur, Modernisierung, Umbau und das Geschäft mit Ersatzteilen. Neben dem angestammten Know-how profitiert Safed auch von der kundennahen Aichelin-Infrastruktur. Aichelin gehört zu den weltweit führenden Herstellern von thermischen und thermochemischen Wärmebehandlungsanlagen.

Einsatzkapazitäten, Einkaufs- sowie Versandlogistik samt der umfangreichen Ersatzteilbevorratung werden so gemeinsam genutzt und kostbare Erfahrungswerte im Konstruktions- und Wartungsbereich kontinuierlich ausgetauscht. Safed produziert weiterhin Spezialöfen für die Uhren- und Präzisionsindustrie in der Schweiz. Sie machen rund 10 % des Safed-Umsatzes aus. Der Löwenanteil entfällt auf das nunmehrige Kerngeschäft, die Servicierung von Öfen zur Wärmebehandlung von Metallteilen.

(Quelle: Aichelin Holding GmbH)

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