Prozesswärme

Neue Generation von Endogasgeneratoren

  • 14.10.2014

Das auf Härterei-Ausstattung spezialisierte Atmosphere Engineering hat jetzt Endogasgeneratoren mit mehreren, kleineren Retorten entwickelt. Der neue EndoFlex-Generator wird in Deutschland von Avion Europa vertrieben. Die sogenannte Reaction Core Technologie des EndoFlex verwendet kleinere Retorten, die in Summe mehr Volumen bieten und insgesamt eine größere Katalysatoroberfläche für die Spaltung zur Verfügung stellen. Über eine im Zentrum der Reaktionskammer befindliche Heizung lassen sich diese deutlich schneller und sparsamer aufwärmen. Durch den geringeren Durchmesser der Retorten kann der Katalysator wesentlich effizienter durchwärmt werden. Der Energieverbrauch sinkt dadurch um rund 7 %. Gleichzeitig reduziert diese Konstruktion die Lagerhaltungskosten und Stillstandzeiten während des Austauschs gesättigter oder verschlissener Elemente: Die betroffenen Retorten können dazu paarweise entnommen und der Generator mit den verbliebenen in verringerter Kapazität weiter benutzt werden, bis die Ersatzteile vorliegen. Der Wechsel selbst erfolgt unkompliziert durch Ziehen der Retorten bei geschlossenem Generatorgehäuse. Zudem lassen sich bei schwankendem Gasverbrauch einzelne Retorten wegschalten oder sogar ausbauen, sodass sie nicht unnötig abgenutzt werden.Herzstück der EndoFlex-Steuerung ist der integrierte EndoInjector, eine Gasmisch- und Kontrollanlage, die in einem speziell darauf ausgelegten Generator verbaut ist. Über eine sensible Sensorik ermittelt diese jederzeit den aktuellen Druck und damit die erforderliche Endogasmenge für die Öfen und reguliert entsprechend die Gasproduktion. Bis auf 20 % der Ausgangsleistung kann der Generator heruntergefahren werden, ohne einen Endogasüberschuss abfackeln zu müssen. Ein hochpräzises Taupunktmessgerät prüft dabei zu jeder Zeit die Zusammensetzung des Schutzgases und ändert gegebenenfalls das Mischverhältnis entsprechend der Vorgaben. Zusätzlich erfasst ein separater CH4-Sensor den Anteil an nicht ausreagiertem Methan im Abgas. Ungewöhnlich große Mengen können auf diese Weise frühzeitig erkannt werden, bevor sich die verschlechterte Gasqualität über fehlerhafte Werkstück-Chargen bemerkbar macht. Zusammen mit der Reduzierung der abgefackelten Überschüsse werden dadurch auch die Schadstoff-Emissionen der Härterei insgesamt verringert. Die Bedienung der Anlage erfolgt über ein großflächiges, farbiges Touchpanel, das alle relevanten Werte übersichtlich darstellt. Diese Daten werden zudem im internen Datalogger des EndoFlex minutengenau gespeichert. Über das Touch-Feld können auch das zeit- sowie tagesabhängige Aufheizen und das automatische Ausbrennprogramm des Generators programmiert werden: Damit ist es unter anderem möglich, die Anlage beispielsweise am Wochenende selbsttätig ausbrennen zu lassen und vor Arbeitsbeginn wieder zu starten.Der Multi-Retorten-Schutzgasgenerator ist in zwei Größen mit Produktionskapazitäten von 40 und von 85 m3/h erhältlich. Bei höherem Endogasbedarf können die Aggregate flexibel um bis zu drei weitere Reaktionsmodule gleicher Leistung erweitert werden. Diese Zusatz-Module laufen über die Steuerung und den EndoInjector des Basisteils, sodass für die Regulierung keine weiteren Investitionskosten anfallen. Quelle: Avion Europa GmbH

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